Countdown zum Entscheidung um Olympische und Paralympische Spiele

„Es muss die Region gewinnen, die international die größten Chancen hat“

Leipzig ist Teil von BERLIN+ zur Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele. Die Stadt bringt ihre Stärken in ein zukunftsorientiertes, gesamtdeutsches Bewerbungskonzept ein. Mit zeitgemäßen Sportstätten, leistungsfähiger Infrastruktur und einer langen Tradition sportlicher Großveranstaltungen bietet Leipzig ideale Bedingungen für ein kompakt organisiertes Spieleerlebnis. Am 26. September 2026 entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, welcher Standort Deutschland im internationalen Auswahlverfahren um die Ausrichtung der Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 vertreten wird – im Renne sind neben BERLIN+ der Verbund Köln/Rhein-Ruhr und München.

Gesellschaftliches Mega-Projekt aus Berlin

Am gestrigen Dienstag widmete sich eine Talkrunde im Leipziger Club International den zentralen Fragen nach dem aussichtsreichsten Konzept, der Rolle Leipzigs und dem nachhaltigen Nutzen für den Sport und die Gesellschaft. Unter anderem betonte Sachsens Innenminister Armin Schuster die Stärken der Konzeption BERLIN+. „Alle drei Bewerberregionen können es – die Frage ist doch vielmehr: Wer kann ein ganz großes Projekt daraus machen? Ein gesellschaftliches Projekt, das wir weit über den Sport hinaus dringend notwendig haben? Dann kann die Antwort nur ‚Berlin‘ sein, denn in der Hauptstadt ist groß denken Tagesrealität. Darüber hinaus ist es auch das ehrlichste Konzept. Es gab und gibt keine One-Village-Spiele. Damit geht nur Berlin offen und transparent um“, so Armin Schuster. „Ich sehe in der Bewerbung eine große Chance für die Gesellschaft, auch für unseren Freistaat. Denn Sport ist in der sächsischen DNA verankert und wir tragen es in den Breiten- und Spitzensport. Olympische Spiele werden ein Booster in alle Schichten hinein sein, zum Beispiel für den Schulsportwettbewerb ‚Jugend trainiert für Olympia & Paralympics‘.“

BERLIN+ mit viel Bestand und der Vision des geeinten Deutschlands

„Umfragen zeigen, dass über 70 Prozent der Bevölkerung den Wunsch haben, dass Olympische Spiele endlich nach Deutschland kommen – es ist also an der Zeit! Im innerdeutschen Wettbewerb haben wir mit unserem Konzept überrascht. Dabei setzen wir insbesondere auf Bestand, denn nur so ist das Finanzierungs- und Fertigstellungsrisiko so gering wie möglich. Diesbezüglich haben uns die letzten Beschlüsse des IOC bestätigt: Mit einem Vorlauf von nur sieben Jahren ab der finalen Entscheidung können nur Regionen Olympische Spiele durchführen, die auf viel Bestand aufbauen können. Und das ist Berlin“, sagte Kaweh Niroomand, Olympiabeauftragter des Berliner Senats. Weiterhin erklärte er: „Unser Konzept ist neben der Sportinfrastruktur auch deshalb so stark, da es aus der Idee einer deutschen Bewerbung im Sinne des Verbunds mehrerer Bundesländer entstanden ist. Es geht um die Vision des geeinten Deutschlands – was kann ein stärkeres Bild sein als die Medaillenvergabe vor dem Brandenburger Tor? Das ist auch die richtige politische Antwort in einer Zeit, in der die Ränder immer stärker und die Mitte immer schwächer werden. Der Sport kann uns auf einfache und wunderbare Weise wieder verbinden.“ Schließlich erläuterte er den laufenden Prozess der Entscheidungsfindung. „Am 22. September tagt eine Evaluierungskommission aus sechs Personen, die eine Art Empfehlung oder Rangliste aussprechen. Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB am 26. September werden 144 Stimmen – davon in der großen Mehrheit die olympischen Spitzenverbände – unseren nationalen Bewerber wählen. Ich möchte dringlich appellieren, weg von der eigenen Wunschliste und dem Eigennutz zu entscheiden. Es muss die Region gewinnen, die international die größten Chancen hat.“

Investition in Sportinfrastruktur und Mobilitätswende für Leipzig

Der Leipziger Olympiabeauftragte Heiko Rosenthal, Bürgermeister und Beigeordneter für Umwelt, Klima, Ordnung und Sport der Stadt Leipzig, rückte die Benefits für Leipzig in den Fokus. „Die Fragen der Finanzierung und des Nutzens für alle stehen immer im Raum. Was habe ich von Olympischen und Paralympischen Spielen? Wichtig ist, dass unsere Sportstätten olympiatauglich sind. Wir müssen modernisieren und in die Infrastruktur investieren. Die neue Ballsporthalle wird kommen. Heute hat Sachsens Kabinett 60 Millionen Euro dafür bewilligt. Auch mit einer guten ÖPNV-Anbindung zwischen Leipzig und Markkleeberg mit dem Kanupark geht ein langjähriger Traum in Erfüllung. Das wird eine Mobilitätswende für unsere Stadt. Schließlich: Beim Thema Olympisches Dorf zahlen wir nachhaltig in die Lebensqualität vor Ort ein, wenn der Bau den Leipzigern im Nachgang zur Verfügung steht. Alle werden etwas davon haben.“ Auch Christina März, Stadträtin und Vorsitzende des Fachausschusses Sport der Stadt Leipzig, sieht die langfristige Wirkung in die Stadtgesellschaft. „Wir sollten den gesamtgesellschaftlichen Nutzen von Olympischen und Paralympischen Spielen sehen, denn der Sport kann eine gemeinschaftliche Vision schaffen. Wir sprechen von einem verbindenden Erlebnis, an dem die Menschen partizipieren können. Ein konkretes Beispiel ist die neue Ballsporthalle. Hier wird langfristig Geld in die Bevölkerung investiert, denn davon profitieren Spitzen- und Breitensport.“

Innerhalb der Konzeption ist die Leipziger Messe ein zentraler Co-Gastgeber, der mehrere olympische Sportarten beheimaten soll. Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe, bezeichnete das Berliner Bid Book – also die Bewerbungsunterlagen – als „Statement“: „Wir sagen, was wir können – eine ehrliche, klare Leistungsbeschreibung. Für die Leipziger Messe ist es sehr positiv, dass im Bestand geplant wird. Vor 30 Jahren wurde sie als zukunftsweisendes Gelände eröffnet. Wir verfügen über ein hochfunktionales Haus, das sich vor allem in Technik und Infrastruktur jedem Format anpassen kann. Wir haben etwas zu bieten!“

Leipzig: https://www.leipzig.de/kultur-und-freizeit/sport/olympiabewerbung-berlin

Berlin: https://www.berlin-olympiabewerbung.de/

Die Talkrunde im MDR-Stream: https://www.mdr.de/sport/andere_sportarten/bewerbung-olympische-spiele-40-tage-bis-zur-entscheidung,olympia-berlin-leipzig-100.html

Fotos: Sportstadt Leipzig/Hagen Wolf