
Theresa Staar – wenn flach zu langweilig wird
Talente-Team der Sportstadt Leipzig: Hindernisläuferin Theresa Staar
2.000 Meter Hindernis verlangen Mut, Rhythmus und einen starken Kopf. Theresa Staar bringt all das mit. Die 18-jährige Nachwuchsathletin ist eines der vielversprechenden Lauftalente der Sportstadt Leipzig und hat sich ganz bewusst für eine der härtesten Disziplinen der Leichtathletik entschieden.
Ursprünglich sollte ihr Weg einmal in den Sprint führen. Doch schnell merkte Theresa: „Flach ist mir zu langweilig.“ Über die 800 Meter fand sie schließlich zum Hindernislauf und dort sofort ihre sportliche Heimat. Abwechslung, Technik und der permanente Wechsel zwischen Tempo, Taktik und Konzentration machten für sie den Reiz aus. Eine Entscheidung, die sich auszahlen sollte.

Vom Probetraining zur nationalen Spitze
Mit acht Jahren begann Theresa beim LC Cottbus. Erst in einer Kindersportgruppe, später an der sportbetonten Grundschule und am Sportgymnasium. Leistungssport liegt in ihrer Familie zwar nicht in den Genen, Unterstützung dafür umso mehr. Schritt für Schritt entwickelte sie sich weiter, sammelte erste Wettkampferfahrungen und wurde ab der achten Klasse gezielt in Richtung Hindernislauf gefördert.
Der Durchbruch folgte im Nachwuchsbereich: Silber bei den Deutschen Meisterschaften in der U16, später der Aufstieg in den Nachwuchskader 1. Bei den Deutschen Meisterschaften 2025 lief Theresa über 2.000 Meter Hindernis starke 6:46 Minuten und unterbot damit souverän die NK1-Norm. Auch wenn es „nur“ Platz vier wurde, überwog der Stolz und die Motivation, weiter anzugreifen. „In den Rennen ist mir am Ende fast die Puste ausgegangen und ich bin quasi um mein Leben gerannt. Irgendwie über die Hindernisse kommen und nicht stürzen beim Wassergraben. Im Schlusssprint habe ich mich mit der späteren Fünften gebattelt und bin noch sehr nah an die Dritte drangekommen.“
Neustart in Leipzig – der nächste Entwicklungsschritt
Anfang 2026 wagte Theresa den nächsten großen Schritt und wechselte von Cottbus nach Leipzig. Ausschlaggebend war vor allem eines: das Team. „Ich brauche das Miteinander“, sagt sie über sich selbst. Nach einer Probewoche war klar: Leipzig fühlt sich richtig an. Heute trainiert sie in einer festen Trainingsgruppe bei der SC DHfK Leipzig unter Trainer Niklas Cervinka mit neuen Reizen, mehr Konkurrenz und klaren Perspektiven.
Der Trainingsumfang ist gestiegen, aktuell liegen ihre Wochenkilometer zwischen 60 und 80. Kleine Rückschläge wie eine leichte Knieverletzung gehören dazu und werden im Training individuell berücksichtigt. Ziel ist immer die langfristige Entwicklung.

Wenn der Kopf entscheidet
Hindernislauf ist für Theresa weit mehr als reine Ausdauer. „Am Ende ist es viel mental“, sagt sie. Wenn die Beine schwer werden, die Konzentration nachlässt und jedes Hindernis maximale Aufmerksamkeit fordert. Besonders der Wassergraben verlangt Mut und Übersicht bei der Positionierung, denn ein falscher Schritt kann das Rennen beenden.
An die Deutschen Meisterschaften 2025 erinnert sie sich noch genau: brennende Beine, kaum Luft, der Kampf um jede Position. Doch genau in diesen Momenten zeigt sich ihre Stärke. Durchziehen, fokussiert bleiben, nicht stürzen. Die Medaille war greifbar nah und das Gefühl, alles gegeben zu haben, überwog.
Schule, Sport und große Träume
Theresas Alltag ist klar strukturiert: sieben Trainingseinheiten pro Woche, dazu Schule, Wettkämpfe am Wochenende. Der Leistungssport steht für sie an erster Stelle und funktioniert dank guter Abstimmung auch mit dem Schulalltag. Für die Zeit nach dem Abitur kann sie sich ein Studium im Managementbereich vorstellen, am liebsten verbunden mit viel Bewegung und Sport.
Sportlich blickt sie nach vorn: In der U20 wartet der Wechsel auf die 3.000 Meter Hindernis, das große Ziel sind internationale Einsätze und die U20-Weltmeisterschaften diesen Sommer in Oregon (USA). Langfristig träumt sie davon, das Nationaltrikot zu tragen und irgendwann vielleicht sogar von Olympia.

„Man darf nie aufhören, an sich zu glauben“
Was sie jüngeren Athlet*innen mitgeben würde? Dranbleiben. An sich glauben. Die Leidenschaft nicht verlieren, gerade dann nicht, wenn es schwierig wird. Der Leistungssport habe sie mental und persönlich stark geprägt, sagt Theresa. Höhen und Tiefen gehören dazu. Denn oft folgt auf eine schwere Phase genau der nächste große Schritt.
Mit ihrem Ehrgeiz, ihrer Klarheit und ihrer Liebe zum Hindernislauf ist Theresa Staar ein Talent, das man im Blick behalten sollte.
(Bilderquelle: privat)
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