
„Olympische Spiele nur mit Berlin“
Magazin „Sport Stadt Leipzig“: Interview mit Sportbürgermeister Heiko Rosenthal
Drei Kandidatenstädte sind im Rennen: Auf dem Weg zu Olympischen und Paralympischen Spielen in Deutschland haben Berlin, KölnRheinRuhr und München ihre finalen Konzepte eingereicht.

Leipzig ist Teil der Bewerbung BERLIN+ und hofft auf die finale Entscheidung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) am 26. September. „Sport Stadt Leipzig“ hat Leipzigs Olympiabeauftragten Heiko Rosenthal, Bürgermeister und Beigeordneter für Umwelt, Klima, Ordnung und Sport der Stadt Leipzig, getroffen.
Heiko Rosenthal, was ist geschafft und wie geht es weiter?
Heiko Rosenthal: „Wir haben den Berlinern für die Konzeption zugearbeitet und gemeinsam mit den anderen Plus-Städten auf den Punkt 100 Prozent aufs Papier gebracht. Nun läuft die Phase der Prüfung und Bewertung, die unter Einbindung der Olympischen Spitzenverbände erfolgt. Den Verbänden sind die Standorte, an denen die Wettkämpfe ausgetragen werden sollen, überaus wichtig. An dieser Stelle haben die Berliner das Optimum rausgeholt und wir haben mit unserem Sportstätten-Paket RB Arena und neue Ballsporthalle, Leipziger Messe und Kanupark Markkleeberg ein gutes Pfund reingeworfen. Eine Evaluierungskommission begleitet den Prozess jetzt und kann am Ende eine Empfehlung für ein oder mehrere Konzepte aussprechen.“
Wie zuversichtlich sind Sie?
Heiko Rosenthal: „Wenn wir Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland wollen, dann geht es nur mit Berlin. Die Stadt richtet hervorragende Sportgroßveranstaltungen aus, zum Beispiel den Berlin-Marathon, das DFB-Pokalfinale und das prestigeträchtige ISTAF. Ich hoffe, der DOSB lässt sich auf diese Emotionen ein und sieht das große Potenzial der Konzeption. Zusätzlich sendet BERLIN+ im Hinblick auf die jüngere deutsche Geschichte ein wichtiges Signal. Mit den Partnerländern Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern muss diese Achse der Wiedervereinigung bei der Entscheidung eine Rolle spielen.“
Gibt es auch negative Erkenntnisse im Prozess?
Heiko Rosenthal: „In Richtung DOSB muss ich sagen, dass man im Nachgang noch einmal diskutieren muss, ob es zielführend war, vier Regionen für diesen Bewerberplatz zu benennen. Wir sehen es an Hamburg: rund 18 Millionen Euro wurden bisher in die Ausschreibung investiert und am Ende sprechen sich die Bürgerinnen und Bürger gegen eine Kandidatur aus und die Stadt zieht zurück. Das Geld hätte man besser im Breitensport anlegen können! Der DOSB hätte sich von Anfang an für eine Stadt entscheiden sollen und das kann eigentlich nur die Hauptstadt des Landes; das kann nur Berlin sein! Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird sich später – wenn überhaupt – nur für unsere Hauptstadt als deutschen Bewerber entscheiden.“
Mehr Informationen: www.leipzig.de/olympiabewerbung
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