
Besser ist schneller
Talente-Team der Sportstadt Leipzig: Leichtathletin Mia Besser
Rückblickend war Mia Besser immer schon eine der Schnellsten. Erstmal als Talent gesichtet, zeigt Mias Kurve steil nach oben. Zuletzt räumte sie bei den U20-Wettkämpfen der Sächsischen Landesmeisterschaften 2025 alles ab, was es gab: Gold über die 100 und 200 Meter sowie mit der 4×100-Meter-Staffel.
Als größten zurückliegenden Erfolg wertet die 18-Jährige Gold mit der 4×100-Meter-Staffel bei den Deutschen U20-Meisterschaften. „Dort habe ich die EM-Norm geknackt und wurde vom Deutschen Leichtathletik-Verband für die U20-Europameisterschaften in Tampere/Finnland nominiert. Bei der EM war es inspirierend, die vielen jungen Athleten auf dem hohen Niveau zu sehen. Hier kommt der beste Nachwuchs aus Europa zusammen – das hat mich sehr motiviert“, erinnert sich Mia Besser. In die verdiente Aufnahme in den Bundeskader zahlte nicht zuletzt auch ihre Persönliche Bestzeit von 23,86 Sekunden über die 200 Meter ein. Zum Vergleich: Der Weltrekord im 200-Meter-Lauf der Frauen liegt bei 21,34 Sekunden. Florence Griffith-Joyner hält die historische Bestmarke seit 1988.
Klare Ziele: WM, Olympische Spiele und Leipzig
Die nächsten Meilensteine sieht Mia klar vor sich: Anfang August möchte sie bei der U20-Weltmeisterschaft in Eugene/USA dabei sein. „Die Norm dafür bin ich schon gelaufen. Allerdings werden nur die besten zwei Athleten über die Distanz mitgenommen, daher muss ich noch ein bißchen zittern. Mein Ziel ist es, nicht nur in der Staffel, sondern auch einzeln zu laufen und bis ins Halbfinale zu kommen. Das wäre ein Traum! Noch weiter in die Zukunft gedacht möchte ich bei Olympischen Spielen dabei sein“, so Mia Besser. Und auch wenn sie sportliche den ganzen Globus bereisen möchte – „leben und trainieren will ich so lange wie möglich in Leipzig.“
Sportlaufbahn für nichts eintauschen
Früh zeichnete sich ab, dass Mia schneller ist als die anderen. „Schon in der Grundschule lief ich immer vorneweg. Bei einem Sportfest auf der Nordanlage hat mich ein Trainer angesprochen und für zwei Monate zum Probetraining eingeladen. Nach der zweiten Trainingseinheit war ich dann schon fest im Team und mittlerweile bin ich seit sieben Jahren beim Sprint.“ Heute trainiert Mia Besser bei Knut Iwan im Nachwuchskader 1 am Landesstützpunkt Sprint. Für den SC DHfK Leipzig e. V. geht sie über die 100 Meter, meist über die 200 Meter an den Start. Nach der siebten Klasse wechselte sie von einer Schule mit musikalischem Schwerpunkt auf das Landesgymnasium für Sport Leipzig. Im Mai macht sie Abitur und sieht sich auch dort vorne dabei: „Die Schule ist kein Problem für mich. Ich werde ein 2er-Abitur machen. Ohne meinen Fokus auf den Sport hätte ich sicher besser sein können – aber ich möchte es für nichts eintauschen. Später kann ich mir ein Studium im Bereich Wirtschaft vorstellen.“
An den Schwächen arbeiten
Selbst wenn die sportliche Laufbahn straight verläuft und sich die Erfolge wie am Schnürchen aufreihen, ganz ohne Rückschläge und Schwächen geht es nicht. In der Saison 2023/2024 hat sie ein Streßödem im Fuß ausgebremst. Diese erste große Verletzung war nach einem halben Jahr und Umstellungen im Training glücklicherweise überstanden. Auch an der bisherigen Schwachstelle konnten Athletin und Trainer richtig gute Verbesserungen erzielen. „Hinten raus bin ich sehr stark, doch am Start lasse ich zu viel Zeit liegen. Lange war schon die Reaktion ab Startschuss ein Problem. Das habe ich unter anderem zu Hause am Computer trainiert. Jetzt arbeiten wir gerade daran, dass ich schneller aus dem Block komme.“
Akribisch in Vor- und Nachbereitung
Eine große Vertrauensperson ist für Mia Besser Trainer Knut Iwan. „Meine Familie unterstützt mich sehr und ist auch bei vielen Wettkämpfen dabei. Trotzdem teile ich diese Momente vor allem auch mit meinem Trainer, denn wir haben das zusammen erarbeitet. Knut Iwan ist streng und dennoch kann man alles mit ihm besprechen. Er ist extrem erfahren und weiß, wie es geht. Seine Tipps machen oft den Unterschied.“ Diese Fortschritte belohnen Mia Besser für viele Stunden anstrengenden Trainings: „Im letzten Jahr habe ich mich bei der Deutschen Meisterschaft um drei Zehntel verbessert. Das coole am Sprint ist, dass Du mit kleinen Stellschrauben viel rausholen kannst.“ Dafür investiert die junge Athletin in der Vor- und Nachbereitung viel Zeit und pflegt hilfreiche Rituale. „Vor einem Wettkampf schauen wir uns die Meldelisten an, sodass ich die Konkurrenz kenne und weiß, wie hoch das Niveau ist. Am Abend vorher lege ich mir meine Klamotten, die Schuhe und so weiter zurecht. Diese Planung tut mir gut und macht mich ruhig. Damit ich direkt vor dem Lauf frei im Kopf bin und mir wenig Gedanken mache, höre ich Musik. Am besten sind Songs, mit denen man etwas Positives verbindet. Hinterher schaue ich mir Läufe 20 bis 30 mal an und analysiere, was besser sein könnte. Da bin ich Perfektionistin.“
Fotos: David Achwerdjan, Isabelle Sturm, SC DHfK Leipzig e. V., privat
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