„Jetzt muss ich mich in der U23 beweisen“

Talente-Team der Sportstadt Leipzig: Schwimmer Limaris Dix

Auf diese Nachricht hat Limaris Dix gewartet: Anfang November hat der Deutsche Schwimm-Verband die Bundeskader für die Saison 2025/26 bekannt gegeben. Insgesamt 15 Schwimmerinnen und Schwimmer aus Leipzig sind in den verschiedenen Kaderstufen zu finden – das 18-jährige Talent der Sportstadt Leipzig Limaris Dix erfüllte die Voraussetzungen für den Nachwuchskader 1.  

„Das freut mich sehr. Ich habe erst vor kurzer Zeit den Wechsel aus der Trainingsgruppe von Sebastian Zechlin in die höhere Trainingsgruppe von Frank Embacher absolviert. Das ist zu Beginn nicht ganz einfach, da die Zeiten schneller und die Erwartungen höher sind. Jetzt muss ich mich in der U23 beweisen. Wichtig ist für mich immer, dass ich mich mit anderen messen kann, zum Beispiel mit Karl von Thun oder Ben Bodusch“, erzählt Limaris Dix. Bei der SSG Leipzig am Landesstützpunkt hat er dafür beste Bedingungen; mit Frank Embacher, der in Halle/Salle unter anderem Paul Biedermann zum vierfachen Weltmeister formte, einen großen Mentor.

Vom Start erfolgreich

Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften 2025 bestätigte Limaris seine Form mit ein Mal Silber (200m Freistil) und zwei Mal Bronze (100m und 400m Freistil). Im Sommer diesen Jahres hat der Deutsche Schwimm-Verband die Leipziger Nachwuchshoffnung ins Team für die Junioren-EM im slowakischen Samorin berufen. Hier verhalf er der gemischten 4x100m-Freistilstaffel zum Finale, das das Quartett auf einem starken vierten Platz beendete. Limaris Dix trat erneut als Startschwimmer an – seiner liebsten Position. „Am Start und bei den Wenden bin ich gut. Alles in allem habe ich bei der Technik natürlich noch Luft nach oben. Bei den Disziplinen sind mir die Kurzstrecken, wie 100 Meter Freistil und Schmetterling, am liebsten.“

Aus dem Jahr 2023 ist ihm außerdem ein internationaler Auftritt besonders in Erinnerung geblieben: Beim European Youth Olympic Festival (EYOF) in Maribor holte er mit der gemischten 4x100m-Freistilstaffel die Bronzeplakette. Als Startschwimmer hatte der damals 16-Jährige das Quartett auf Medaillenkurs gebracht und auch mit der 4x100m-Freistilstaffel der Jungen sowie mit der Lagenstaffel internationale Finalluft geschnuppert. „Ich denke, die Wettkämpfe in ganz Europa sind für uns junge Sportler super motivierend. Dabei kann man viele Erfahrungen sammeln und schauen, was die Athleten anderer Länder so können.“

Selbstständig im Internat

Der gebürtige Hallenser lebt seit 2022 in Leipzig. „Da mein Trainer in Halle nicht mehr da war, lief es eh nicht optimal. Frank Embacher hat uns damals angesprochen und es war der perfekte Zeitpunkt für einen Wechsel. Ich bin dann ins Internat in die Marschner Straße gezogen – das ist mit 15 Jahren erstmal schwer, zumal ich auch so ein bißchen Muttersöhnchen war. Die Trainingsgruppe hat mich zum Glück sehr gut aufgenommen. Im Internat wirst Du schnell selbstständig, das fällt auch meiner Familie auf“, lacht Limaris. „Wenn ich jetzt meinen Führerschein mache, dann bin ich noch unabhängiger. Und ab nächstem Jahr leben wir zu Fünft ohne Betreuung in einer Wohneinheit. Das wird gut.“

Aufgrund der Schulzeitstreckung am Sportgymnasium macht Limaris Dix 2028 Abitur. Die enge Taktung zwischen Training und Schule ist Gewöhnungssache, sodass der tägliche Zeitplan längst ins Blut übergegangen ist: Frühstück um 6 Uhr, 7 bis 9 Uhr „Wasser“, 9.30 Uhr Nachbereitung, 10.50 bis 15.10 Uhr Schule, ab 15.30 Uhr eine Stunde Stabitraining und 17 bis 19 Uhr wieder „Wasser“. „‘Wasser‘ bedeutet tatsächlich, dass wir reinweg schwimmen – das sind zwischen 5 bis 6,5 Kilometer pro Schicht. Dieses ‚Kacheln-zählen‘ ist für viele abschreckend. Ich habe ganz selten das Gefühl, dass ich da heute keine Lust drauf habe. Außerdem gehe ich gerne mit den anderen in den Kraftraum. Das kommt zwei Mal pro Woche dazu und da pushen wir uns gegenseitig.“

Schwimmen, Fußball, Angeln

Am Sportgymnasium belegen Individualsportler wie Limaris Dix zusätzlich eine Teamsportart. „Freitagmittag steht unsere zweite Sportart im Stundenplan. Es ist sehr cool, dass ich da wieder Fußball spielen kann, denn als Kind war ich sowohl beim Schwimmen als auch beim Kicken. Für mich lief das parallel sehr gut – für meine Eltern nicht so, denn sie mussten meine ältere Schwester und mich zum Schwimmtraining und mich zusätzlich zum Fußball fahren. Also musste ich mich entscheiden. Da meine Schwester beim Schwimmen erfolgreich war und ich auch mehr der Einzelkämpfer bin, hieß es ab dann: Wasser statt Rasen.“

Dass er sich damit ganz grundsätzlich für das richtige Element entschieden hat, zeigt auch ein ungewöhnliches Hobby, das ihn eher ans als ins Wasser lockt. „Wenn ich am Wochenende zu Hause in Halle bin, dann gehe ich manchmal Angeln. Das ist super entspannend zum Runterkommen und Akku aufladen“, sagt Limaris Dix.

www.ssg-leipzig.de

Fotoquelle: SSG Leipzig / Tino Henschel