„Leipzig ist so stark, Leipzig ist stolz, Leipzig hat unglaubliches Potenzial“

„Olympiaball Open Air“ mit Ehrungen und Talenten, Talk zu den Leipziger Olympiaplänen und einem Überraschungsgast

Das Sommerfest der Sportstadt Leipzig stand am Freitagabend ganz im Zeichen der erfolgreichen Sportler und Talente sowie der Bewerbung für die Olympischen Spiele 2040 innerhalb des Konzepts „Berlin+“. Zum „Olympiaball Open Air“ kamen auf Einladung der Sportstadt Leipzig, der Stadt Leipzig und des Olympiastützpunkt Sachsen/Standort Leipzig rund 300 Gäste ans Sportforum 10.

 

Die prominent besetzte Talkrunde zur Leipziger Bewerbung für die Olympischen Spiele innerhalb der Konzeption „Berlin+“ eröffnete Oberbürgermeister Burkhard Jung. „Man kann die Bewerbung jetzt nicht mit der für die Spiele 2012 vergleichen. Damals wäre es zu früh gewesen. Aber: der Traum, der Stolz, die Leidenschaft, das ist unvergesslich. Jetzt als Co-Partner von Berlin mit den Sportstätten, die wir haben, nutzen und nachhaltig ausbauen wollen – das funktioniert: die Neue Messe für Kampfsport, die Arena für Ballsport, der Kanupark in Markkleeberg. Dazu sehe ich Trendsportarten wie BMX oder Klettern, die will Berlin allerdings auch. Wir machen es jetzt überschaubar und nachhaltig. Kurzum: Wir können schieben und Berlin zeigen, wie stark wir dahinterstehen. Doch ohne Berliner Erfolg wird es keine Spiele in Leipzig geben.“

Zehnkamp-Olympiasieger Christian Schenk hob den originären olympischen Gedanken hervor. „Wenn wir uns an der Antike als Ursprung orientieren, dann sollten wir den wichtigsten Aspekt, die Friedenspflicht, ganz oben auf die Liste schreiben. Wenn sich während der Olympischen Spiele in Deutschland weltweit kein Panzer bewegt, dann hat der Sport auch eine politische Funktion. Das ist ein Mehrwert für alle, dafür setze ich mich ein.“ Martin Schulz, Paralympicssieger Triathlon sowie Welt- und Europameister, bestätigte: „Die Spiele in Paris waren so, wie Du es Dir als Sportler wünscht. Es war spürbar, wie das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Gesellschaft gestärkt wurde. Die Austragung in Leipzig wäre ein Traum für mich und eigentlich ist eine andere Kombination für Deutschland außer ‚Berlin+‘ mit Leipzig nicht vorstellbar. Gerade für den Nachwuchssport sind Olympische und Paralympische Spiele im eigenen Land eine Initialzündung. Auch für die Entwicklung der Infrastruktur und zum Beispiel der Trainerfinanzierung könnten wir entscheidende Schritte gehen“, so Martin Schulz.

 

Jens Lehmann, Olympiasieger Radsport und Mitglied des Deutschen Bundestages, hob die Kraft von Sport-Großevents hervor. „Als Sportler ist es ein Riesen-Ereignis – du erlebst alle Sportarten, lernst Sportler aus aller Welt kennen. Wir haben die Begeisterung in Leipzig zur Fußball-WM, -EM und zum Turnfest erlebt. Wir haben ein sportbegeistertes Volk, das war 2003 zur Bewerbung spürbar. Jeder war Olympionike. 50 Jahre nach der Deutschen Einheit müssen die Hauptstadt und eine Stadt in Ostdeutschland wie Leipzig groß rauskommen.“ Auch Jörg Junhold, Zoodirektor und Sportbotschafter seit der Fußball-EM 2024, traut Leipzig alles zu, denn: „Wir haben es beim Trailer zur letzten Bewerbung gesehen: Das war eine unglaubliche Stimmung, eine unglaubliche Stadt. Was wir in den letzten 30 Jahren aus Leipzig gemacht haben, das war eine Höchstleistung und das eint uns. Wir haben die Sportler und viele andere, die Leipzig voranbringen wollen. Wir können alles und das wollen wir zeigen“, so Jörg Junhold. Mandy Baum, Leiterin VNG-Stiftung und OK-Mitarbeiterin zur Bewerbung für 2012, sieht die Hauptstadt Berlin und die Heldenstadt Leipzig gemeinsam Brücken bauen. „Stiftungen sind Brückenbauer und Olympische Spiele sind es genauso. Wir wollen Begegnungen zwischen Menschen ermöglichen. Wenn wir die Bewerbung erfolgreich hinbekommen und gar die Olympischen Spiele austragen dürfen, dann schaffen wir Begegnungen zwischen Menschen. Das ist der olympische Geist.“ Dr. Ines Zekert, Vorsitzende Marketing Club Leipzig und Pressesprecherin Krostitzer Brauerei erinnerte an die Trinkfestigkeit der Holländer zur WM 2006. „Die Wirtschaft muss verdienen, um fördern zu können. Das ist ein wichtiger Loyalitätsgedanke. Schon die Bewerbungsphase ist ein Gewinn, eine riesen Chance. Wir müssen uns jetzt bereits analysieren und das schadet nie. Und wir müssen Verbünde machen – alleine kann das keiner stemmen“, betonte sie. Sie nahm am Abend zudem die Urkunde für den Marketing Club Leipzig als jüngstes Mitglied im Förderverein der Sportstadt Leipzig entgegen.

Als Überraschungsgast holten die Moderatoren Heike Fischer-Jung und Roman Knoblauch im Anschluss Wolfgang Tiefensee auf die Bühne. Leipzigs ehemaliger Oberbürgermeister – unvergessen mit seinem Cello-Spiel beim siegreichen nationalen Olympiaausscheid 2003 – bereicherte die Runde. „Leipzig ist so stark, Leipzig ist stolz, Leipzig hat unglaubliches Potenzial. Das klappt auf alle Fälle“, zeigte er sich optimistisch.

 

Bereits vor der Diskussionsrunde wurden erfolgreiche Leipziger Sportlerinnen und Sportler ausgezeichnet. Saskia Feige, die mit zwei Olympia-Teilnahmen in Tokio und Paris, EM-Bronze 2022 und fünf Deutschen Meistertiteln in Folge die beste deutsche Geherin ist, konzentriert sich künftig auf ihr Medizinstudium. „Ich denke gerne an viele Momente meiner Leistungssportkarriere zurück – auch ein wenig wehmütig. München und Paris mit meiner Familie und Freunden vor Ort, das war richtig toll. Der Sport bleibt immer ein Teil meines Lebens, aber jetzt trainiere ich mit Laufen, Bouldern und Klettern ab und mache nichts Exzessives mehr“, berichtete die Athletin des SC DHfK.

 

Weiterhin ehrte Leipzigs Oberbürgermeister Sportler, die zuletzt bei internationalen Wettkämpfen (Jugend-EM und -WM, EM und WM) die Plätze eins bis drei belegt haben. Auf der Bühne nahmen ihre Auszeichnungen entgegen:

  • Louis Aaron Förster, Wasserspringen, SC DHfK Leipzig
  • Charlotte Lederer, Wasserspringen, SC DHfK Leipzig
  • Jule Eisenberg, Wasserspringen, SC DHfK Leipzig
  • Kilian Käding, Kanu-Slalom, Leipziger-Kanu-Club
  • Anton Weber, Kanu-Slalom, Leipziger-Kanu-Club
  • Jacob Ungvari, Kanu-Slalom, Leipziger-Kanu-Club
  • Amory Olivia Andrich, Ringen, SV Luftfahrt Berlin
  • Felix Sacher, Kanu-Slalom/Kajak Cross, Leipziger-Kanu-Club
  • Louis Schuster, Leichtathletik, MoGoNo Leipzig
  • Elias Himmelsbach, Schwimmen, SSG Leipzig
  • Mina Blume, Kanu-Slalom, BSV Halle
  • Ivana Schuck, Kanu-Rennsport, SC DHfK Leipzig
  • Jannemien Panzlaff, Kanu-Slalom, KVS Schwerte
  • Benjamin Kies, Kanu-Slalom, BSV Halle
  • Tom Wannemacher, Sitzvolleyball, LBRS Leipzig e.V.
  • Martin Schulz, Paratriathlon, SC DHfK Leipzig

 

Im Talente-Team der Sportstadt Leipzig ließen sich die jungen Sportler als vielversprechender Nachwuchs feiern:

  • Amos Donath, Para-Leichtathletik, LBRS Leipzig e. V.
  • Hugo Schiffner, Radsport, SC DHfK Leipzig
  • Romeo Schroller, Kanu-Rennsport, SC DHfK Leipzig
  • Fabio Scheeler, Kanu-Rennsport, SC DHfK Leipzig
  • Lenny Burk, Judo, Randori West
  • Charlotte Lederer, Wasserspringen, SC DHfK Leipzig
  • Louis Förster, Wasserspringen, SC DHfK Leipzig
  • Ella-Lina Gonzalez, Ringen, KFC Leipzig
  • Jakob Rödel, Leichtathletik, SC DHfK Leipzig
  • Limaris Dix, Schwimmen, SSG Leipzig
  • Marlon Jung, Para-Schwimmen, SSG Leipzig
  • Paul Walochny, Leichtathletik, SC DHfK Leipzig
  • Anton Weber, Kanu-Slalom, Leipziger-Kanu-Club